Mittwoch, 9. Juni 2010

Le Monde bei Investoren begehrt

Der Telekommunikationskonzern Orange reiht sich in die Schlange der Investoren, die ihr Interesse an einer möglichen Übernahme der Tageszeitung Le Monde bekundet haben. Orange könnte das Blatt auf dem Weg in die Digitalisierung begleiten und interaktive Inhalte ausbauen.
Noch bis Freitag läuft die Bieterfrist für mögliche Investoren. Die Zeitspanne gilt aber als zu knapp bemessen und könnte verlängert werden.
Bislang sind aber schon mehrere Gebote eingegangen. Als chancenreich gelten Claude Perdriel, Gründer und Eigentümer des Magazins Nouvel Observateur und ein Konsortium der Geschäftsmänner Pierre Bergé, Matthieu Pigasse (Banker und Eigentümer von Inrockuptibles) und des Gründers von Free, Xavier Niel. Auch der Investor Nicolas Berggruen, der gerade Karstadt übernommen hat, ist indirekt im Rennen. Er war auch bei der spanischen Prisa-Verlagsgruppe eingestiegen, die bereits Aktionär von Le Monde ist und ihren Anteil aufstocken will. Zudem interessiert sich die italienische Verlagsgruppe L'Espresso für die Pariser Tageszeitung.
Die dürfte künftig wesentliche Veränderungen durchlaufen. Bisher halten die Mitarbeiter eine Mehrheit an den Gesellschaftsanteilen und entscheiden selbst über wichtige Personalentscheidungen oder die strategische Ausrichtung. Doch Leserschwund und Werbekrise haben das Defizit anwachsen lassen. Ohne einen finanzkräftigen Investor wird das Qualitätsblatt nicht überleben.

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