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Dienstag, 10. November 2009

Kohl und Mitterand: Ein altes Paar und wie es um die Macht kämpfte

Les Échos erinnert an die beiden Staatsmänner und ihren Machtkampf um die deutsche Wiedervereinigung: François Mitterand und Helmut Kohl. Mitterrand war skeptisch und verweigerte Kohl seine Zustimmung. Schließlich stellte er Bedingungen, die er für nicht umsetzbar hielt. Kohl sollte die deutsche Ostgrenze zu Polen anerkennen und die Schaffung der gemeinsamen Währung abnicken. Schließlich willigte der Pfälzer sein und erhielt ein "Oui". "Wir kennen uns gut, wir sind fast wie ein altes Paar", wird Mitterand über seine Beziehung zu Kohl zitiert.

Montag, 9. November 2009

Sarkozys Mauermärchen


Ein Redakteur von Libération entdeckte das Foto auf Sarkozys Facebook-Profil und eine nette Geschichte: Hier das Blog von Alain Auffray. Angeblich war der damalige Parteisekretär Sarkozy gemeinsam mit Alain Juppé am 9. November 1989 in Berlin. Sie hätten gedacht, dass in der geteilten Stadt etwas sehr wichtiges geschehen werde. Monsieur Sarkozy müsste allerdings Hellseher gewesen sein, um diese Vorahnungen zu haben. Nicht einmal die Führungszirkel in der DDR hatten mit der Öffnung der Grenzen an diesem Abend gerechnet. Ob die Aussage von Günter Schabowski auf der Pressekonferenz ein Versehen oder Absicht war, lässt sich nicht mehr vollständig klären. Der Journalist glaubt zudem, dass Sarkozy an diesem Tag einen anderen wichtigen Termin hatte - das Gedenken an Charles de Gaulles -  und vielleicht am 10.oder 11. November an die Mauer sprühte.
Ergänzung vom 10.11. Express hat mittlerweile weitere Widersprüche entdeckt. Ein Moderator, der angeblich dabei war, arbeitete damals in Moskau... Immerhin wissen wir, wo Nicolas Sarkozy am 9. November 2009 war: wirklich vor dem Brandenburger Tor. Hier seine Rede.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Französische Revolution kurbelte die Wirtschaft an

Ausgerechnet Havard oder MIT-Professoren gelten nicht gerade als linke Revoluzzer. Und doch preisen jetzt vier Wissenschaftler den Sturm auf die Bastille. Denn mit Mitteln der Ökonometrie haben sie, wie das Handelsblatt berichtet, die volkswirtschaftlichen Wirkungen der Ereignisse untersucht. Dabei verglichen sie die Daten aus Frankreich, von französisch besetzten Gebieten und anderen europäischen Regionen. In besetzen Regionen wie dem Rheinland gab es wesentlich mehr Reformen und mehr Menschen lebten in Städten als beispielsweise in Bayern. Das gilt als Zeichen einer höheren Produktivität. Dass die Privilegien des Adels, die Leibeigenschaft und Zünfte abgeschafft wurden, wirkte nach Ansicht der Forscher wie ein Konjunkturmotor.

Bericht im Handelsblatt

Freitag, 2. Oktober 2009

Nazijägerin Beate Klarsfeld - Verfilmung auf Arte

Das Leben schreibt die besten Thriller, beispielsweise das von Beate und Serge Klarsfeld. Arte zeigt heute um 21 Uhr die verfilmte Lebensgeschichte der Nazijäger mit Franka Potente und Yvan Atal.
Beate Klarsfeld wurde bekannt, als sie am 7. November 1968 den damaligen Bundeskanzler Kiesinger ohrfeigte. Damit hatte sie gegen die Rückkehr aktiver Nazis auf wichtige Posten und die damals kaum reflektierte Vergangenheit protestieren wollen. "Nazi Kiesinger Rücktritt", schrie sie medienwirksam.
Bis damals gab es kaum eine Aufarbeitung des Holocaust in Deutschland, mit Kiesinger war sogar ein aktiver Nazi zum Bundeskanzler gewählt worden. Auch in Frankreich blieb die große Aufklärung aus, schließlich pflegte man wieder freundliche Beziehungen.
Beate Klarsfeld, die 1939 in Berlin geboren wurde, lebt seit 1960 in Frankreich. Dort trifft sie ihren späteren Mann Serge, dessen Vater deportiert wurde und erfährt von den unbehelligt in Südamerika lebenden Naziverbrechern. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Schlächtervon Lyon, Klaus Barbie, der 1983 nach zwölf Jahren nach Frankreich ausgeliefert und verurteilt wird. In den 70er Jahren wurden zwei erfolglose Bombenattentate auf die Nazijägerin verübt. Das Foto von der Ohrfeige hängt heute im Deutschen Historischen Museum in Bonn, die Nazijäger haben für ihre Arbeit den "Ritter der Ehrenlegion" erhalten.