Als die Affäre Kerviel bekannt wurde, galt der französische Trader als eine Art Robin Hood, der es den Banken gezeigt hat. Doch die Wirklichkeit ist vielschichtiger. Wurde der junge Mann Opfer eines perversen Systems der Gier oder wurde die Bank Société générale Opfer eines gierigen Bankers? Das soll der Prozess klären, der gerade begonnen hat. Einblicke in die Welt der Handelsräume gibt im Vorfeld die gerade veröffentlichte Biographie des 33-Jährigen.
Er war ein Einzelgänger im schillernden Milieu der Börsenhändler. Ganz anders als viele seiner Kollegen, die elitäre Grand Écoles besucht hatten, kam er nicht mit dem "silbernen Löffel" zur Welt. Als Sohn eines Berufsschullehrers und einer Frisörin wuchs er in eher bescheidenen Verhältnissen in einem kleinen bretonischen Dorf auf. Statt in einer der berühmten Kaderschmieden, studierte er in Quimper, Nantes und Lyon - an Universitäten, die in Frankreich gerade einmal das Türchen zum Back-Office der begehrten Handelsräume öffnen. So auch für Jérôme Kerviel. Durch exzessiven Fleiß hatte er sich nach einigen Jahren dennoch zum Trader hochgearbeitet. Und spielte mit immer größeren Summen. So lange das gigantische Gewinne einbrachte, hatte niemand etwas daran auszusetzen. Als sich ein Milliardenverlust abzeichnete, schritt die Bank ein. Das Gericht wird nun klären müssen, ob der Trader tatsächlich heimlich und aus Eigennutz betrügerisch seine Operationen verschleiert hat. Er hingegen behauptet, dass die Bank sehr wohl informiert war und das Vorgehen geduldet hat. Zwei der berühmtesten französischen Staranwälte - Olivier Metzner und Jean Veil - treten in dem Prozess gegeneinander an.
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Mittwoch, 9. Juni 2010
Dienstag, 5. Januar 2010
Umstrittene Geldspritze für französische Onlinemedien
Biss ließen die meisten französischen Journalisten schon immer vermissen, wenn es um Kritik an der Regierung oder an politischen Entscheidungen ging. Wer einmal hinter die Kulissen geblickt hat, kann sich das erklären. Viele Journalisten haben ihre Ausbildung an den gleichen Kaderschmieden erhalten, wie die Amtsträger und wichtige Beamte. Gleich nach dem Namen folgt bei Vorstellungen der stolze Nachtrag "Enard", wie sich die Absolventen der Grande Ecole nennen. Der Einstieg von Großindustriellen in den Mediensektor in den vergangenen Jahren war der freien Berichterstattung auch nicht gerade förderlich. Nun haben die Medien zudem die bedenkliche Entscheidung getroffen, Staatshilfen der Regierung anzunehmen. 900 Millionen Euro investiert der Staat in die Unterstützung der Medien. Davon sollen zwischen Ende 2009 und 2011 jeweils 20,5 Mio. an Onlinemedien gehen.
Zwar erhalten die traditionellen Zeitungen und das Fernsehen den größten Teil des Kuchens - und zwar ohne den jeweiligen Betrag bekannt zu geben. Doch die größte Kritik prasselt auf die Informationsseiten im Internet ein, die bisher als unabhängige Berichterstatter galten. 64 von ihnen hatten Hilfen beantragt, unter anderm rue89 (249.000 Euro), mediapart (200.000 Euro) und Slate (199.000 Euro). Die Gewerkschaft der Internetmedien Spiil hatte sich für eine Gleichbehandlung in der Branche eingesetzt.
Einige der Internetaktivisten, wie @rrêt sur image, lehnen die Annahme von Staatsgeldern jedoch strikt ab. Wie sagt das Sprichwort so schön: Ne mords pas la main qui te nourrit!
Zwar erhalten die traditionellen Zeitungen und das Fernsehen den größten Teil des Kuchens - und zwar ohne den jeweiligen Betrag bekannt zu geben. Doch die größte Kritik prasselt auf die Informationsseiten im Internet ein, die bisher als unabhängige Berichterstatter galten. 64 von ihnen hatten Hilfen beantragt, unter anderm rue89 (249.000 Euro), mediapart (200.000 Euro) und Slate (199.000 Euro). Die Gewerkschaft der Internetmedien Spiil hatte sich für eine Gleichbehandlung in der Branche eingesetzt.
Einige der Internetaktivisten, wie @rrêt sur image, lehnen die Annahme von Staatsgeldern jedoch strikt ab. Wie sagt das Sprichwort so schön: Ne mords pas la main qui te nourrit!
Donnerstag, 31. Dezember 2009
Champagner für alle!
Das perlende Getränk aus der Champagne fehlt in Frankreich auf keiner Festtafel. Doch weltweit geht der Absatz wegen der Wirtschaftskrise zurück. So sind die Champagner-Produzenten in diesem Jahr gar nicht in Feierlaune. 2009 werden wohl nur 280 Millionen Korken weltweit knallen, 2008 waren es noch über 323 Millionen! Vor allem die sonst so durstigen Russen sparen, ebenso wie die Amerikaner. Wenn sich dies fortsetzt, dürfte neben dem "Butterberg" bald ein Champagnerberg aufgetürmt werden. Angeblich sollen 1,2 Milliarden Flaschen in den Lagern auf bessere Zeiten warten.
Keine Krise dagegen melden die Produzenten von BIO-CHAMPAGNER. Im Jahr 2008 wurde erstmalig über eine Million Flaschen verkauft. Na dann ZUM WOHL.
Allen Leserinnen und Lesern ein glückliches, gesundes und erfolgreiches 2009!!!! BONNE ANNEE!!!!
Keine Krise dagegen melden die Produzenten von BIO-CHAMPAGNER. Im Jahr 2008 wurde erstmalig über eine Million Flaschen verkauft. Na dann ZUM WOHL.
Allen Leserinnen und Lesern ein glückliches, gesundes und erfolgreiches 2009!!!! BONNE ANNEE!!!!
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