Sonntag, 2. Mai 2010

Versprich mir den Mond auf Erden

...sinngemäß nach einem französischen Ausdruck "décrocher la lune". Was dieser und 15 andere Redewendungen bedeuten, hat TV5 Monde auf seiner Website liebevoll zeichnen lassen und erklärt. Den wunderschönen französischen Ausdruck "den Mond herunterholen" würde man auf Deutsch als "Himmel auf Erden" umschreiben.

Samstag, 1. Mai 2010

Traduction: Selon Die Zeit un courant nationaliste s'étend en France

Première partie de l´article publié dans DIE ZEIT du 28 avril, écrit par Gero von Randow:

France
Voilà, c'est fini
Dans une France en crise, le nationalisme s'étend. L´Allemagne sert de bouc émissaire


Rien contre les Chinois. Mais c´est déconcertant d´entendre qu´on vient de la « petite Chine ». Cette expression circule actuellement à Paris et vise l'Allemagne qui serait devenue égoïste, le pays des bas salaires ; résolue à exporter. Le pays où la Chancelière aurait adopté le rôle anti-européen de Margaret Thatcher. La « Mutti » admirée est devenue la détestable « Madame Non ». Berlin mettrait Athènes à genoux et aurait toutefois une part de responsabilité dans le désastre : « Les Allemands ont vendu des armes aux Grecs et maintenant ils critiquent leur politique budgétaire », s´est indigné récemment Jean-Michel Quatrepoint, un journaliste économique renommé.

Quelqu'un´un pourrait-il l´informer occasionnellement que l´industrie allemande n´est pas nationalisée ?

C'est lors d'une conférence remarquable que Quatrepoint s'exprimait. L'invitation avait été lancé par la fondation Res Publica présidée par Jean-Pierre Chevènement, ancien ministre socialiste de l'Intérieur puis ministre de la Défense. Des représentants de gauche et de droite étaient venus ; ils ont applaudi frénétiquement Quatrepoint, lorsqu´il exigea qu'une pression soit exercée sur les Allemands. Par exemple en menaçant l´Allemagne de diviser la zone euro: « Nous mettons en place l'eurofranc et l'euromark. » Il ajoutait d'un ton acerbe que la France ne serait plus un vrai partenaire pour certains Allemands, mais essentiellement une destination touristique et que « cet avis était déjà répandu en 1940 ». Chevènement a terminé la réunion en s'exclamant : « Vive la France! »
...
(la 2ième partie suivra)

Donnerstag, 29. April 2010

Frankreich und Deutschland - die Freundschaft kriselt

Die französische Wirtschaftsministerin Lagarde hatte den Anfang gemacht. Sie kritisierte das deutsche Wirtschaftsmodell, das vor allem auf Exporten beruht, ebenso wie angeblich zu niedrige Tarifgehälter. Die Deutschland-Beschimpfung scheint derzeit in Frankreich in Mode zu sein, wie ein Artikel in der heutigen ZEIT auflistet. Dabei geraten die Fakten offenbar aus dem Blickfeld. So liegt Deutschland beispielsweise bei den durchschnittlichen Lohnkosten noch immer weit über dem EU-Durchschnitt, wenn auch hinter Frankreich.  Außerdem werden die Gehälter in Deutschland nicht von oben verordnet, sondern in Tarifverhandlungen festgelegt. Während der Krise haben die deutschen Gewerkschaften zurückgehalten, um Stellenstreichnungen zu vermeiden. Und die Forderung nach "mehr Konsum" in Deutschland hat sich gerade in Griechenland, Portugal und Spanien als gefährlicher Irrweg entpuppt.

Samstag, 24. April 2010

Pariser Zeitungsmacher in Berlin

Wie groß die französische Community in Berlin mittlerweile ist, weiß niemand so genau. Zwischen 10 000 und 30 000 Franzosen sollen nach Schätzung in der Stadt leben. Sie sind die Leserschaft, um die gleich drei französischsprachige Medien werben. In dieser Woche berichtete die Taz über die Arbeit des Magazins ParisBerlin, des Veranstaltungsmagazins BerlinPoche und der Zeitschrift Gazette de Berlin, die bislang im Zweimonatsrhytmus auf Papier erschien und nun nur noch im Internet.

Donnerstag, 22. April 2010

Strickopathen in Paris

Wer meint, dass Stricknadeln allenfalls zu gemütlichen Großmütterchen passen, wird gerade in Paris eines Besseren belehrt. Die "Strickopathinnen", drei Dreißigjährige Künstlerinnen, die sich als "Psychopathinnen des Strickens" ausgeben, gestalten Straßenkunst aus Maschen. Die drei Pariserinnen hatten sich im Internet getroffen und das "Collectif France tricot" begründet, das regelmäßig zu Flashmobs oder Salons mit Nadeln und Wolle aufruft. Die Pionierin der französischen Strickszene lebt jedoch in Berlin. Die Sängerin und Multikünstlerin Francoise Cactus hatte 2005 mit der Strickpuppe Wollita, die sie auf einer Ausstellung vorstellte, die lokale Boulevardpresse in höchste Erregung versetzt. Die BZ schrieb von einem "Skandal". Wollita ist seither Kult. Vive la maille!

Samstag, 17. April 2010

Die Bobos und ihre Zeichnerin: Claire Bretécher wird 70!

70 Kerzen pustet heute Claire Bretécher auf ihrer Geburtstagstorte aus, die bekannte Comiczeichnerin, die Figuren wie "Les frustrées" oder Aggripina erfunden hat. Sie gilt als treffsichere Beobachterin der Bobos, der von  den 68er Jahren bewegten arrivierten Mittelklasse. Hier ihre Bibliographie.
1963 beginnt sie ihre Karriere bei René Goscini, dem Asterix-Erfinder, arbeitet einige Jahre an Tintin-Produktionen mit und weiteren Gemeinschaftsprojekten. 1973 beginnt sie ihre Erfolgsserie "Die Frustrierten", die im Nouvel Observateur und im Eigenverlag als Buchserien entstehen. Damit hat sie ihren ganz eigenen wiederkennbaren zeichnerischen Stil gefunden, bringt jedoch das Leben der Bobos auch sprachlich in ihren witzigen und manchmal absurden Dialogen auf den Punkt. Die Beobachtungen bringen ihr schließlich auch den Titel der "Soziologin des Jahres" ein und die Verfilmung des Lebens ihrer Comicfigur "Aggripina" den heimlichen Titel als französischer Woody Allen. René ReGoscinnyRRené GoscinnyRené Goscinnyené Goscinny

Freitag, 16. April 2010

Verschuldete Tageszeitung Le Monde - Rettung durch Heuschrecke?

Das renommierte französische Blatt "Le Monde" ist hoch verschuldet und kann möglicherweise nur durch den Einstieg von Finanzinvestoren überleben. Damit könnte es auch um die Unabhängigkeit der 1944 gegründeten Zeitung geschehen sein. Seit ihrer Gründung vor 66 Jahren halten die Redakteure, Mitarbeiter der Zeitung und Lesergesellschaften die Mehrheit. Doch weder der Verkauf des Stammgebäudes vor einigen Jahren, noch Sparprogramme konnten die wirtschaftliche Lage stabilisieren.
Nun verhandelt die Geschäftsführung mit der spanischen Prisa-Gruppe (El Pais) und dem italienischen Espresso-Konzern (Repubblica) um eine Aufstockung von deren Anteilen. Allerdings sind die Mitarbeiter dann nur noch Minderheitsgesellschafter. Umstritten ist die Lösung außerdem, weil Prisa gerade mehrheitlich von dem amerikanischen Investmentfonds Liberty übernommen wurde. Zudem hat der Prisa-Chef Cebrian bereits in einem Interview angekündigt, dass die "Unternehmensführung" bei Le Monde verändert werden müsse. Deshalb könnten die Redakteure und sonstigen Mitarbeiter ihr Veto einlegen, allerdings hat das Blatt wegen der hohen Schulden nicht viele andere Optionen. In der Gruppe meutern außerdem die Redakteure von Télérama, der beliebten Fernsehzeitschrift, die zur Gruppe Le Monde gehört. Sie beklagen, schon seit Jahren als "Sparschwein" für die Tageszeitung herhalten zu müssen. Die Redakteure wollen ihr Blatt am liebsten von Le Monde abnabeln.