Sonntag, 24. Januar 2010

Das Wort zum Sonntag: Le scanner corporel

Ab sofort wird auf diesem Blog Sonntags (außer bei Winterblues) ein aktuelles französisches Wort und dessen Entsprechung im Deutschen vorgestellt. Noch im vergangenen Jahr hatten die Europäer Nacktscanner als Spinnerei der angstgeplagten Amerikaner abgetan, die in ihrem Antiterrorwahn Flugreisende bis auf die Knochen durchleuchten. Fast parallel entwickelten sich damals die Ausdrücke "scanner déshabillant" und "Nacktscanner". Selbst der nicht gerade zimperliche deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble betrachtete die Aufstellung von solchen Geräten damals als abseitige Idee.
Mittlerweile hat sich die Öffentlichkeit offenbar mit der Durchleuchtung abgefunden. Bei einer Umfrage in Le Monde waren beispielweise 43,7 Prozent der Franzosen für den Scanner und nur 35,4 dagegen, der Rest hatte keine Meinung. In den nächsten Tagen soll das erste Testgerät in Paris Charles-de-Gaulles aufgestellt werden. Mittlerweile heißt der Apparat versöhnlicher "scanner corporel".
In Deutschland demonstrierten Gegner dieser Kontrollmethode mit Flashmobs, sie ließen die Hüllen in mehreren Flughäfen aus Protest fallen. Dennoch hat sich auch im deutschsprachigen Raum der fast schon niedlich klingende Ausdruck "Körperscanner" eingebürgert. Im Sommer soll über eine Aufstellung entschieden werden.

Kommentare:

  1. Big Brother is wachting YOU. Dieser Satz kommt mir bei den vermehrten versuchen, die Kontrolle zu behalten immer wieder in den Sinn. Ich glaube kaum, dass damit auch nur an einer der "Fronten" eine Entspannung entsteht. Jede neue Mauer reizt nur zur Entwicklung neuer Klettermethoden ...

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  2. Vor allem, wenn Big Brother sogar unter die Unterhose schaut, geht das zu weit. Ich glaube auch, dass dann neue Methoden erfunden werden, um den Scanner auszutricksen.

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