Mittwoch, 24. Februar 2010

Ministerium löscht schwarze Liste der Arbeitgeber

Etwa 24 Stunden lang war die Liste der schlechtesten Arbeitgeber Frankreichs auf der Internetseite des Ministeriums für Arbeit zu sehen. Dann verschwand sie heimlich, still und leise - der Minister hat schließlich den Kotau vor den Unternehmen gemacht.
1500 Großunternehmen waren nach der Suizidserie bei France Télécom verpflichtet worden, Maßnahmen gegen den Stress bei der Arbeit in die Wege zu leiten. Nur ein Drittel der Konzerne hat das mittlerweile getan, diese sind auf der grünen Liste des Arbeitsministers aufgeführt. Nicht mehr zu sehen sind die Unternehmen mit der Warnstufe rot (beispielsweise Picard, DHL, Goodyear, Procter&Gamble) oder orange (France Télécom). Rot wurde die Betriebe eingestuft, die weder die Abstimmung mit den Gewerkschaften verbessert haben, noch Sorgentelefone einrichteten. Im vergangenen Jahr hatten sich allein bei France Télécom 35 Mitarbeiter das Leben genommen, auch bei Renault häuften sich Suizide.
Fortsetzung vom 26.2. Schon wieder hat sich eine Angestellte von France Télécom in Lens das Leben genommen. Sie war im Kundendienst von Orange eingesetzt und musste wegen der Restrukturierungsmaßnahmen mehrfach den Beruf wechseln. "France Télécom ist nicht der einzige Verursacher des Suizids, doch sie haben ihren Anteil", sagte ein Gewerkschafter. Auch ein Fragebogen über Probleme am Arbeitsplatz hat das Klima beim ehemaligen Monopolisten nicht verbessert. Die traurige Serie hat sich auch 2010 fortgesetzt. Seit Januar sind haben bereits acht Mitarbeiter ihrem Leben ein Ende gesetzt.

Kommentare:

  1. es soll doch niemand glauben, dass durch sorgentelefon etc der >Druck auf die Mitarbeiter veringert wird. Zudem wenn sich jemand meldfet, wird er als gefährdet gekennzeichnet und wird in Watte gelegt und abgeschoben. wenn er sich dann umbringt ist dies in seiner Freizeit, bzw bei der nichtmehrzugehörigkeit des Unternehmens passiert und somit sind sie ihn los.
    Man muss auch mal hinter diese machenschaften schauen und sich nicht durch Worte blenden lassen, die man ja von allen Seiten hört und sieht.

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  2. Die Grundprobleme lösen das Sorgentelefon und die Abstimmung mit den Gewerkschaften sicher nicht - den Stress und den Druck in den Unternehmen. Aber wenn die Unternehmen gar nichts dagegen tun, ist es auch nicht gut. Die Liste der Arbeitgeber ist sicherlich ein gutes Druckmittel, um Veränderungen anzustoßen. Aber nun ist sie ja erst mal verschwunden.

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