Freitag, 4. September 2009

Frankreich arbeitet an seiner Vergangenheitsbewältigung

Ein lesenswerter Artikel erschien heute in der Süddeutschen. Es geht um die "Vorauseilende Kollaboration" der Vichy-Regierung bei der Verfolgung jüdischer Franzosen. 76 000 von ihnen wurden deportiert, darunter viele Kinder. Nur 2500 kehrten aus den Todeslagern zurück.
http://www.sueddeutsche.de/w5Z384/3034226/Vorauseilende-Kollaboration.html

Kommentare:

  1. Der Artikel macht einen sehr interessanten Eindruck. Leider kann man ihn nur dann vollständig lesen, wenn man zahlt ...
    Ich denke aber, dass es ein wichtiges Thema ist, jetzt, so viele Jahre nach dem Krieg AUCH über die Umweltbedingungen zu reden, in denen die Katastrophe ihren Lauf in so unglaublichem Ausmaß nehmen konnte. Das ist ein trauriges und wenig diskutiertes Thema. Es macht die Schuld Deutschlands nicht kleiner. Aber man muss fragen, welche Bedingungen heute hier und jetzt NICHT unterstützt werden dürfen - nicht nur in Deutschland.

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  2. Liebe Mesalina,
    schade, vorhin konnte man den Artikel noch ganz lesen. Ich werde morgen noch ein paar Fakten hinzufügen. Diesen Sommer habe ich einen Überlebenden kennengelernt, der damals noch ein Kind war. Seine bewegende Geschichte werde ich auch veröffentlichen, wenn ich das darf. Ich möchte den älteren Herren aber erst um Erlaubnis fragen...

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  3. Ich sehe es auch so, die Schuld Deutschlands wird dadurch nicht kleiner. Doch auch die Untaten der Kollaborateure, Denunzianten und Profiteure in Frankreich und in anderen Ländern müssen aufgeklärt werden werden.
    In Frankreich verlief die Vergangenheitsbewältigung vorher ein wenig so wie in der DDR. Die Taten wurden von den Nazis begangen und in der DDR lebten nach offizieller Darstellung nur Antifaschisten. Die Aufklärung wurde versäumt. Das ist meiner Meinung nach auch eine der Ursachen für die Verbreitung des Rechtsextremismus nach der Wende.

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